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† Gerhard D. Kleinhenz

Journal for Labour Market ResearchZeitschrift für ArbeitsmarktForschung201548:183

DOI: 10.1007/s12651-015-0183-8

Publiziert: 29. Oktober 2015

Herausgeber und Redaktion trauern um Prof. Dr. Gerhard D. Kleinhenz, der am 19. April 2015 unerwartet verstorben ist. Kleinhenz war von 1997 bis 2003 geschäftsführender Herausgeber der Zeitschrift und blieb bis Anfang 2008 Mitglied des Herausgebergremiums. Er hat sich in dieser Funktion um die konzeptionelle Weiterentwicklung der Zeitschrift verdient gemacht.

Der emeritierte Inhaber des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Wirtschafts- und Sozialpolitik an der Universität Passau war nach verschiedenen anderen beruflichen Stationen von 1997 bis 2002 Direktor des Instituts- für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und dem Institut auch nach seiner Amtszeit in vielfacher Weise verbunden.

Geboren wurde Gerhard Kleinhenz 1940 in Poppenhausen (Unterfranken, Kreis Schweinfurt). Nach dem Abitur am Humanistischen Gymnasium in Münnerstadt studierte er Volkswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Dort machte er die Bekanntschaft mit seinem späteren akademischen Lehrer Prof. Heinz Lampert (1930–2007), dem er als wissenschaftlicher Mitarbeiter zunächst nach Berlin, dann nach Köln und später nach Augsburg folgte. Im Jahr 1976 habilitierte sich Gerhard Kleinhenz an der Universität Augsburg. 1978 wurde er als zweiter Professor überhaupt an die neu gegründete Universität Passau berufen, wo er einen Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre übernahm. Kleinhenz kann somit als einer der Gründerväter der Universität Passau gelten. Er beteiligte sich ausgesprochen engagiert am Aufbau der Universität und der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, dessen Gründungsdekan er war. Bevor er 1997 die Leitung des IAB übernahm, war er in verschiedenen öffentlichen Funktionen in Erscheinung getreten – als Vorsitzender des Ausschusses für Sozialpolitik des Vereins für Socialpolik (1990–1994), als Mitglied der Kommission für die Erforschung des sozialen und politischen Wandels in den neuen Bundesländern (1990–1996), als Vorsitzender des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultätentages (1993–1996), als Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats für Familienfragen beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (ab 1985) sowie als Berater der Kommission VI für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz (1996 bis 2006). Gerhard Kleinhenz war ein in der Wissenschaftsgemeinschaft hochgeachteter Kollege. Für seine Verdienste wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande und das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.

Joachim Möller, geschäftsführender Herausgeber dieser Zeitschrift und Direktor des IAB, würdigte seinen Vorvorgänger als hochgeschätzten Kollegen, honorable Führungspersönlichkeit und nicht zuletzt als einen Menschen, dessen Humanität tief beeindruckte.

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